+++ Auftakt zu Reclaim #Volksbühne am 25.05., 19 Uhr, im #Hackspace in der Finowstraße 2A in Friedrichshain. Vorsicht Basis!+++

Liebe Verbündete, liebe Interessierte,

die Situation an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ist nicht hinnehmbar. Vor fast einem Jahr versprach Kultursenator Lederer bei „Vorsicht Volksbühne!“ in der Akademie der Künste, es werde einen öffentlichen Konzeptfindungsprozess für die Volksbühne geben, „eine Art Dauerkongress“.

Doch anstatt diesen zu initiieren, wurde im Hinterzimmer die Verlängerung vom „diversen, jungen und weiblichen“ Managerintendanten Dörr beschlossen und eine angebliche Intendanten-Shortlist angefertigt. Zur Beratung wurde ein elitärer Kreis, der zu absolutem Stillschweigen verpflichtet wurde (hahaha), hinzugezogen. Das ist genau der Politikstil, den wir als Linke ablehnen. Vor wem muss die Volksbühne beschützt werden? Vor uns, der linken Basis, oder vor dem Establishment?

Es wird keine Lösung für die Volksbühne geben können, für die ein linker Kultursenator von den bürgerlich-reaktionären Feuilletons beglückwünscht wird. Im Gegenteil – wenn nicht die rechten, konservativen und reaktionären Kräfte dieser Stadt in massiven bis hysterischen Protest verfallen, stimmt etwas nicht. Die Volksbühne muss sich ästhetisch und politisch gegen den Status Quo, gegen den Mainstream und gegen die bestehende Klassengesellschaft wenden im Sinne aller stadtpolitischen, aktivistischen, philosophischen und künstlerischen Kräfte, die links von der Sozialdemokratie stehen. Die Springerpresse nannte das 2017 „Gesinnungsterror“. Wir nennen es Geschichtsbewusstsein.

Die Volksbühne steht für die Notwendigkeit einer Überwindung der Klassengesellschaft und muss gleichermaßen für Geschlechtergerechtigkeit, queere Diversität und eine radikale Energiewende stehen – sonst Feierabend und jegliche Zukunftsvision ohnehin obsolet.

Viele von uns wagen einen Spagat: Sie produzieren kritische, feministische, antikapitalistische und antirassistische Kunst und hoffen, damit „erfolgreich“ zu sein, werben Drittmittel und Stiftungsgelder ein. Dabei fängt die Selbstzensur oft im Kleinen an. Da wird der Begriff Kapitalismus ersetzt durch Konsumgesellschaft, damit der Antrag durchgeht. Radikal wird ersetzt durch konsequent usw. Wir witzeln oft über unsere Antragslyrik. Doch was bedeutet das eigentlich?
Wie konnte das damals alles geschehen?
Machen wir uns nicht länger was vor: Karrierismus ist Opportunismus. Einen linken Kultursenator nicht kritisieren können aus Angst, dass der eigene Space, das eigene Projekt, der Verlag, der Club nicht mehr gefördert werden – ist der politische Tod.

Es in dieser Klassengesellschaft mit der eigenen Kunst zu schaffen, bedeutet leider auch etwa 96% aller ausgebildeten Künstler*innen hinter sich zu lassen, bedeutet, sich mit dem extremen Konkurrenzkampf und der Entsolidarisierung arrangiert zu haben.

Theater hatte von jeher die Aufgabe den aktuellen Gesellschaftszustand zu stabilisieren. Und genau diesem Auftrag werden die meisten Theater heute auch gerecht. Die Idee eines engagierten Theaters, eines politisierenden, dialektischen Theaters ist noch verhältnismäßig jung und bleibt in der momentanen Ausgestaltung leider Illusion.

Wie müsste ein progressives, kritisches Theater im 21. Jahrhundert aussehen, damit es nicht wie ein Opiat in die Gesellschaft wirkt, sondern Emanzipation ermöglicht? Kann Theater mehr sein, als eine bürgerlich exklusive Institution? Wie kann die Volksbühne ein Theater für alle sein, wie kann sie kollektiv betrieben werden? Bleibt die Kunst dann auf der Strecke?

Hier ein Vorschlag:

https://nachtkritik.de/imag…/stories/pdf/B6112_Broschure.pdf

#StaubzuGlitzer #transmedia #B6112 #Emanzipation #Geniekultisover #besetzen #wakEUpnow #reclaimvolksbühne #VorsichtBasis

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.