Awareness

Achtsamkeit

To be aware (engl.): sich bewusst sein, achtsam/sensibel sein Awareness ist nicht nur Aufgabe des Awareness-Teams, sondern eine Umgangsform, die wir uns von allen Menschen wünschen. Awareness ist ein Konzept, das sich mit den Grenzen und Bedürfnissen verschiedener Menschengruppen beschäftigt. Die Achtung dieser und das Bewusstsein für die Grenzen und Bedürfnisse sind Kern des Aware-seins. Das Konzept richtet sich gegen jede Form von struktureller, psychischer und physischer Gewalt, d. h. sexistisches, rassistisches, homophobes, trans*phobes, und natürlich auch jede andere Form diskriminierenden Verhaltens.
Diese Verhaltensweisen sind teilweise tief in unserer Gesellschaft verankert, und es ist unter Umständen nicht leicht, zu reflektieren, inwiefern sie Verhalten und Sprache beeinflussen. Aware-sein ist ein ewiger Lernprozess.

Definitionsmacht

Wir erkennen die Definitionsmacht der betroffenen Person bedingungslos an und sind in allererster Linie für die Unterstützung und den Schutz der betroffenen
Person da. Die Definitionsmacht der betroffenen Person zuzugestehen, heißt, dass nur der*die Betroffene entscheiden kann, ob eine Diskriminierung, eine Belästigung oder ein Übergriff stattgefunden hat. Dieser Begriff stammt vor allem aus dem Umgang mit sexualisierter Gewalt,
gilt aber in unserer Awareness-Arbeit in der Volksbühne auch für jede andere Art von Gewalt. Das subjektive Erleben der betroffenen Person ist Maßstab für die Situation.

Gewalt

Jede Form einer anderen Person zu begegnen, ist übergriffig und gewalttätig, wenn sie von ­dieser Person unerwünscht ist. Dazu gehören Berührung, Sprache und Auftreten. Ob eine Person einen Übergriff erfährt, ist ausschließlich von ihrer subjektiven Wahrnehmung abhängig. Der Vorsatz ist nicht maßgeblich. Menschen sind in der Regel in der Lage im alltäglichen Umgang miteinander zu spüren, ob das Gegenüber die Begegnung gerade als angenehm oder unangenehm empfindet. Bei der Awareness-Arbeit geht es nicht darum, zu überwachen, ob unseren Begegnungsstandards entsprochen wird. Es geht darum, unterstützend zur Seite zu stehen, wenn persönliche Grenzen trotz aller Vorsicht missachtet werden. Es geht um die Bewusstwerdung der Tatsache, dass Gewalt ein sub

jektiv zu beurteilender Umstand ist. Konsens kann nicht vermutet oder einseitig angenommen, sondern nur durch konkretes Nachfragen hergestellt werden.

Ob eine Person einen Übergriff erfährt, ist ausschließlich von ihrer
subjektiven Wahrnehmung abhängig.

Für Betroffene

Die Mitglieder des Awareness-Teams sind gekennzeichnet und bewegen sich durch die Volksbühne, um ansprechbar zu sein, außerdem ist immer jemand beim Awareness-Stand. Dabei gilt es vermutlich von Diskriminierung oder Gewalt Betroffene zunächst persönlich anzusprechen. Wenn sie die Situation allein erledigen möchten, sollten sie in Ruhe gelassen werden. Wir beschützen einander nicht, wir unterstützen.
Um übergriffige Personen kümmert sich im Zweifelsfall die Security. Das Awareness-Team besteht nicht aus professionellen Therapeut*innen. Sie können keine umfassende psychologische Betreuung leisten, stellen aber notfalls Kontakt zu Krisenzentren oder anderen Diensten her.

Wir beschützen einander nicht, wir unterstützen.