StaubzuGlitzer – Pressemitteilung vom 27. Juni 2019

Einladung zum Alternativen Volksbühnen-Gipfel Vorsicht Glitzer*** am 6. Juli ab 16 Uhr (Einlass ab 15.00 Uhr) im Club- und Kulturhaus Mensch Meier, Storkower Str. 121, 10407 Berlin (Eintritt frei, Spenden erwünscht)

Liebe Interessierte,
herzlich laden wir ein zu einem Gipfel von unten. Vor einem Jahr fand in der Akademie der Künste der Kongress Vorsicht Volksbühne! statt. Vertreter*innen der etablierten Theaterwelt fachsimpelten über die Volksbühne von morgen. Die Stadtgesellschaft interessierte das null. Wir aber fragen: Wie muss eine progressive Volksbühne am
Rosa-Luxemburg-Platz beschaffen sein? Welche Strukturen erwarten wir von einer Volksbühne, die den Ausgebeuteten, den Verlachten, den Abgehängten, den Prekarisierten, den Verdrängten gewidmet ist. Was ist Kunstelitismus? Was geschieht alltäglich an deutschen Theatern? Erniedrigungen, Vergewaltigungen, unfaire Löhne, Sexismus, Rassismus, Abhängigkeiten, Opportunismus, Speichelleckerei, Arroganz,
Drittmittelfinanzierung von Stiftungen, deren Mutterkonzerne in Verbindung stehen mit Rüstung, Krieg, Verdrängung,
Lebensmittelspekulationen. Wir sagen NEIN! zu Artwashing, Pinkwashing, Greenwashing und allen anderen Formen der Vereinnahmung durch Konzerne und deren Vertreter*innen.
Wir verlangen einen möglichst hierarchiefreien Theaterapparat, der vorbildhaft in die Gesellschaft wirkt. Wir verlangen eine Öffnung der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz für die linke feministische und antikapitalistische Community Berlins. Stadt- und
Mieter*inneninitiativen, Theater- und Kunstkollektive, Aktivist*innen, Wohnungslose, politische Gruppen, Autor*innen, Musiker*innen, Schauspieler*innen, Hacker*innen, Besetzer*innen – wir alle gemeinsam fordern ein Theater für uns alle.

Dieser Alternative Gipfel bietet einen Vorgeschmack auf die kommende Theaterrevolte.

Zum vorläufigen Programm (Stand 27. Juni zu ergänzen)

Redebeiträge – es wird außerdem eine permanente Open-Mike-Situation hergestellt für Beiträge zur Gentrifizierung, prekäre Theater- und Kunstarbeit, Verdrängung linker Kulturräume, Widerstandsstrategien,

Wohnungslosenvertretung
Rosalia Raabe-Bluhm – StaubzuGlitzer
Evelyn Annuß – FU Berlin
Dietlind Schmidt (Betroffene)
Abel vom Acker – die Ratten
Vertreung Wagenburg Rummelsbucht
Liviana Bath – Kuringa – Theater der Unterdrückten
Yver Ohm – Hidden Institute
Lea-Sophie Schiel – Hysterisches Globusgefühl
Carolin Mylord – Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Heimo Lattner – UdK/Tunix
Florian Hackenberger – Ostkreuz
Mateja Meded – Schauspielerin
Ersan Mondtag – Regisseur
Luise Grell – Papagei Allerlei Varieté
Prof. Alice Creischer
Luise Meier – MRX Maschine
Oliven Berg
Karsten Krampitz – Autor/Historiker
Rob Kraatz – Regisseur
Nicole Lindner /AG Soziales der Mieter*innen-Partei
René Pollesch – Volksbühne Am Rosa-Luxemburg-Platz
Feier Bekenntnis Berlin
Annette Maechtel
Mex Schlüpfer – Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Lale Willan – Künstlerin
Norman Ohler – Autor
Frank Künster – Türsteher, Schauspieler
Anselm Lenz – Dramaturg, Journalist
Nazife Demir – BerlinmeetsWroclove
Vertreter*innen verschiedener Jugendgruppen
AJOC
Jugendzentrum POTSE
u.v.m.

Workshops/Informationen:
Leute für die Meute/Meuterei Soli-Gruppe
Zur Situation von Wohnungslosen- Workshop
CCCB – Discordia Berlin /technical Support
Vertretung von #besetzen – Info
Jugendzentrum Potse: Frei-T-räume – Vortrag
Dr. Podinski /XLterrestrials and the CiTiZEN KiNO
Manuel Eickmann/Gangway E.V.
Siebdruckwerkstatt (AJOC und Potse Berlin)
Eifersucht überwinden/ Taking apart Jealousy – Ben Bela Böhm Nazife Demir – Recycling/Upcycling/No waste/ Sharing is caring Cryptoparty.in/berlin – emanzipatorischer Umgang mit Daten im Netz Stuhlkreis-Revolte – Workshop zum kollektiven Arbeiten
Safer Nightlife Berlin – zum sicheren Drogenkonsum/Safer Use FAU – Freie Arbeiter*innen Union – Organisation prekär Beschäftigter Kai Padberg – Fishbowl-Diskussion zu Kollektiver Intendanz
Julius Zukowski-Krebs – Lyrikslam/Wie aus einem ich ein Wir werden kann Permakultur – Peace of Land
Foodsharing – Infoveranstaltung
Malerei Workshop
Politisierung im Öffentlichen Raum
Konzept Freifunk
Modern Money Input
Padowatch – Bausumpf und Immobilienmafia
Kollektiv Extase mit „Mut zur Wut!“

Panels/ Podiumsdiskussionen:
es werden immer auch spontan Publikumsvertreter*innen mitwirken können

Mitbestimmungstheater – eine Berliner Errungenschaft
Kollektive Intendanz neu denken
Gentrifizierung und Stadtentwicklung
Panel der Kleinstparteien
Bedrohte Räume

Lesungen/Ausstellungen/Installationen/Musik/Konzerte:
AJOC – Poetryslam zu Vedrängung und Feminismus
Kollektiv KulturKombüse
Ute Bella Donner – Rettungsschirme für die Volksbühne (Umbrella Peace Art), „Chance 2017“ Malerei,
Fotoausstellung/ Proteste an der Volksbühne
Anke Westermann – Installation
Juliane Beer Der abgetakelte Glanz der Arbeiter*innenromantik (die nie eine war)
Andreas Wilcke – Installation
Kristjan Knall – Lesung/Syndikat
Clementine Pohl und NIE – Kurzfilm „Test the West“
Haus Bartleby e.V.; Anselm Lenz – Installation, Interviews mit Bernadette LaHengst, Angela Richter & Schorsch Kamerun
Lydia Dykier – Film „Nadryw- Volksbühne als letzte Realität“ Rob Kraatz
Heimo Lattner – Kollektive Lesung zur Räumung der Volksbühne am 28.09.2017
Adi Pro: Konzert
Philine Reimer: Kurzfilm
Lale Willan – Ausstellung
Mesu Diye – Konzert
The Guru – 12volt Band – Spoken word Punk Jazz – Konzert
Aileen Phoenix – Konzert
Beatyov – Konzert
Ben Galo – Konzert
Sally Jazz Kollektiv – Konzert

Performances/ Inszenierungen
– EGfKA // CACA, PIPI, CAPITALISTE? PAST FORWARD NOW! Die
Agitp(r)opper*innen der EGfKA p/remixen ihre liebsten Revolutionary Leftovers
– The Kurt Raab Brigade featuring Sacha Kahir with Sean Bonney, EC Davies an Samin Son: We are delinquents! We are crazed! We are strangers! We are the enemy within! Artists mixing lyrical and sound poetry, music, dance, video, humour, theory and fabric. We critique the critics of the critique of criticla ciriticism. We are shape shifters and art is our weapon.

– Hysterisches Globusgefühl / seit 2011 als Kollektiv an der Schnittstelle von Kunst und politischer Aktion. In ihrem Beitrag plädieren sie für eine strikte Demokratisierung der Theaterlandschaft. Dabei diskutieren sie, wie kollektive Leitungsstrukturen aussehen könnten und entwerfen am Beispiel Volx_Bühne ein utopisches Modell eines basisdemokratischen Theaters der Zukunft
– Fernando Perez: Geschichten aus Licht – Die Geschichten aus Licht, eine Form vom Theater, in der das Licht und die Dunkelheit eine sehr wichtige Rolle spielen. Die Puppen und die Figuren sind, ursprünglich Lichtskulpturen die sich, nach einigen Jahren des Experimentierrens, in Wesen verwandelten und lebendig wurden.
– Papagei Allerlei Varieté show mit Marcela Dias, Fränze Kellig und Luise Grell /RAW
– Fabian Jung als Sad Ed , performing Sad Ed
– Lydia Dykier + Ensemble mit AMOK: Revolutionskitch und Riotporn. Süchte einer psychotischen Intensität. Wir befinden uns in der Zeit nach der unmöglichen Revolution. Medea, die Brüdermörderin, gelangt in die Vergangenheit um sich zu rächen. Es geht nicht nur um das Wetter von Gestern. Das Land sollte vom Feinde befreit werden, der ist aber überall, Verschwörungen innerhalb der Verschwörungen. Der Regisseur wurde getötet. Die Vorstellung fällt aus, die muss aber stattfinden. Es geht um Kino und Waffen, Dekadenz und Gewalt, sieht sehr persönlich aus, ist aber NIE persönlich! Verräter! Veräter! Verräter! Überall. Wo ist der Feind? Wo ist der Feind? Was machen wir mit dem Feind? Was machen wir mit dem Feind? Wir vernichten ihn. Also dit is keene Kunst mehr.

DJ-Sets
Swinka – von Techno zu Dub, von Techhouse zu Minimal.
Svenja und Selma/ Plattenstreich – World deep house begleitet von E-Violine
Mina da Lua – Feier Bekenntnis Berlin/Female Pressure

Küfa/Volxküche VOR dem Mensch Meier
Auf Spendenbasis werden mehrere Kollektive u.a. die KulturKombüse und die AJOC vegane und vegetarische Mahlzeiten anbieten – wer nix hat, zahlt nix.

VOLKSBÜHNE? WAR DA WAS?

English version below.

Du bist eingeladen! 

Sehr bald wird die „Operation Staub zu Glitzer“ an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz fortgesetzt. In einer transmedialen und partizipativen Theaterproduktion werden wir gemeinsam ein neues Stadttheaterkonzept entwickeln. Werde Mitglied des neuen Volksbühnen-Kollektivs und hilf bei der Konzeptfindung für die Volksbühne und/oder trage mit deiner Kunst zum Gesamtwerk bei. 

Dein Konzert, deine Inszenierung, Lesung, Performance, Diskussion, Videoinstallation, dein Tanz, Workshop, etc. sind für ein großes und progressives Publikum gedacht? Dann ist das dein Moment …

Dieser Aufruf richtet sich an alle, die sich zu Feminismus, Antirassismus und der Forderung nach gleichwertigen Lebensbedingungen für alle Menschen bekennen.

VOLKSBÜHNE? WAR DA WAS?

Um die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz tobte nun mehrere Jahre ein Kampf, von dem behauptet wird, er sei nun beendet. Doch wie sieht die aktuelle Situation aus? Zum wiederholten Male wurde ein Intendantenwechsel vollzogen, ohne dass ein Mitentscheidungsprozess initiiert worden wäre. Für überstürzte Entscheidungen habe eine dringende wirtschaftliche Notwendigkeit bestanden, heißt es. Schnell musste ein Programm auf die Beine gestellt werden, das dem Haus kurzfristig wirtschaftlichen Erfolg verspricht. Das alles klärten die Etablierten, die Angekommenen, die Angepassten im Hinterzimmer unter sich. Das ist für dieses besondere Haus nicht länger hinnehmbar. 
Was ist mit all den Menschen, die im September 2017 bereit waren, das Haus kollektiv zu bespielen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen? Und was passiert in zwei Jahren, wenn sich das vorgestellte Programm oder Gastspiel-Konzept als wirtschaftlich erfolgreich erweist? Wie ließe es sich dann rechtfertigen, das Plattform-Konzept Tim Renners noch einmal zu überdenken und wieder abzuschaffen? 
Wann erhält das Haus seinen alten Namen zurück? 
Dieses besondere Theater muss für Progressivität und Radikalität stehen. In Berlin wuchs ab den späten 60er Jahren eine Bewegung der Selbstermächtigung zur Schaffung selbstorganisierter, kollektiver Freiräume: Wohngemeinschaften, Ateliers, Clubs, Gärten und Projekthäuser machten die Stadt Berlin erst zu jenem Sehnsuchtsort für Kreativköpfe, die sie bis heute geblieben ist. Erst im Juni belegte eine exklusive Forsa-Umfrage, dass in allen Bevölkerungsteilen Berlins große Sympathien für jene Art der Selbstermächtigung bestehen. Da diese Freiräume nun allmählich und immer konsequenter verdrängt werden, kann die Volksbühne nur dann Widerstand leisten und ein Statement gegen diese Entwicklung setzen, indem sie selbst zum Freiraum wird. Diesen gilt es gemeinsam zu konzipieren, denn bisher gibt es kein Staatstheater, das diesen Weg je gegangen ist: Commoning.
Erst dann und nur dann ist die Volksbühne ein widerständiger Ort innerhalb der durchgentrifizierten Mitte Berlins. Alle anderen Konzepte bedeuteten die Einordnung in den neoliberalen Mainstream und somit den Tod der Kunst an diesem Haus. 
Strenge Hierarchien sind ein Relikt des Militarismus und gehören überwunden. Eine Gesellschaft, die aus obrigkeitshörigen Automaten besteht, ist dem Untergang geweiht. 

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VOLKSBÜHNE? WAS THERE SOMETHING?

You are invited! 

Very soon, the „Operation dust to glitter“ at the Volksbühne at Rosa-Luxemburg-Platz will be continued. Within a transmedial theater production, we will work together to develop a new city theater concept. Become a member of the „Volksbühne“- collective or contribute to the overall design with your artwork. 

Your concert, your reading, your staging, your performance, your dance, your video installation etc. are intended for a large and progressive public? Then that’s your moment …

This call is for all people who profess to feminism, anti-racism and the demand for equal living conditions for all people.

VOLKSBÜHNE? WAS THERE SOMETHING?

For several years, a fight has been raging around the Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, which is said to have ended. But what does the current situation look like? Once again, there has been a change of director without a co-decision process being initiated.
It is said that hasty decisions have an urgent economic need. Quickly a program had to be put on the legs, which promises the house short-term economic success. All that is clarified by the established, the arrived, the adjusted ones in the back room. This is no longer acceptable for this particular house.
What about all the people who, in September 2017, were ready to collectively play the house and to look for a solution together? And what happens in two years, if the presented program or guest performance concept proves to be economically successful? How could it then be justified to rethink Tim Renner’s platform concept and abolish it? When will the house get back its old name?
This particular theater must stand for progressiveness and radicalism. In Berlin, from the late 1960s, a movement of self-empowerment to create self-organized, collective open spaces grew: living communities, studios, clubs and project houses made the city of Berlin the place of longing for creative minds, that it still is today. In all parts of the population, according to recent surveys (Forsa 06/18), there is great sympathy for that kind of self-empowerment.
As these free spaces are now gradually and more and more consistently ousted, the Volksbühne can only resist and make a statement against this development by becoming itself a free space. It has to be conceived together, because so far there is no state theater in Germany that has ever gone this way: Commoning.
Then and only then the Volksbühne will be a resistant place within the gentrified center of Berlin. All other concepts meant the classification into the neoliberal mainstream and thus the death of art in this house. Strict hierarchies are a relic of militarism and must be overcome. A society of opportunists is doomed. 

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Drugstore

Ihr Lieben! Nicht vergessen… jeder zweite Montag ist Kulturkombüsentag. Ihr werdet wieder bekocht, (29.10.18) ab 19:00 Uhr in der Küfa im Drugstore, Potsdamer Str 180.

Wohnungslos

Mindestens 7000 Kinder in Berlin sind wohnungslos. 7000!
„Selbst Mütter, die arbeiten, leben auf der Straße.
Die obdachlosen Familien kommen mittlerweile aus allen Schichten. Selbst Mütter, die arbeiten, leben heute so prekär, dass sie teilweise mit Säuglingen aus ihren Wohnungen geworfen werden.“ Geworfen!
Mütter mit Säuglingen aus Wohnungen werfen in einem verrückt reichen Staat ist übrigens auch ein Verbrechen, wenn diese Mütter keiner Erwerbsarbeit nachgehen.