Clubkultur

“Wir sind eine der Initiativen, die von Staub zu Glitzer eingeladen wurden. Und, wie viele andere Initiativen, haben wir diese Einladung sehr gerne angenommen.

Wir produzieren Kunst und Kultur in recht stürmischen Zeiten. Aber wir können nicht von der Produktion allein leben. Unsere Kunst wird Ware, obwohl Kreativität unbezahlbar ist und obwohl diese Kunst unser Herzschlag ist. Wir verarbeiten die Geschichten der Stadt, in der wir Räume und Material upcyclen und Berlin die Gesichter geben, von denen alle schwärmen. Wir sind die rastlose Stadt.

Wir sind das Berlin der Ekstase, der Kreativität, des euphorischen Widerstandes. Wir sind das Tanzen in den Straßen, die Farbe auf den Zügen und Dächern. Wir sind der Bass in den Clubs. Wir sind das Berlin der Crew-Love. Wir machen Partys, Clubs, Konzerte, Festivals, Musik, Kunst, Politik, Theater. Wir machen die Cocktails. Wir machen Club-Kultur. Respektvolles Miteinander, Akzeptanz und Offenheit gegenüber neuem und anderem gehören für uns dazu. Deshalb müssen wir Freiräume bauen, die anders sind, als der Rest der Gesellschaft. Wenn wir lesen: Be Berlin- wissen wir: Wir sind Berlin.

Aber wir sind nicht das Berlin des Standortmarketings, der Investitionsanreize, der Leistungsrivalität, der sozialen Ausgrenzung, der Abschiebung, der Gentrifizierung. Diesem Berlin wollen wir nicht länger ausgeliefert sein. Wir wollen es verändern. Wir wenden uns mit unseren Kollektivstrukturen gegen neoliberale Stadt- und Standortpolitik.

Wir fordern ein Berlin für alle. Gemeinsam als Stadtgesellschaft wollen wir einen neuen Raum eröffnen, in dem wir unsere Visionen mit der Realität abgleichen, unsere Träume an der Praxis schärfen und viele verschiedene Wege zu einem besseren Berlin aufzeigen, unserem Berlin. Wir sind ein Haufen von Club-Kollektiven, von V ­ eranstaler*innen Kollektiven, von Festival Kollektiven. Und wir werden im Roten Salon – ab 22, 23, 24 Uhr 60 Stunden lang den besten Club machen, den Berlin je gesehen hat.” (Presseerklärung der Clubkollektive 22.09.2017)