Ensemble

Gemeinschaftliche erfolgreiche Theaterarbeit kann nicht verordnet werden. Es braucht Menschen, die den künstlerischen Prozess einer Theatertruppe scheiternd, träumend, sich und andere verändernd, über einen längeren Zeitraum selbst erleben und mit einem Publikum teilen. Menschen, die im Kollektiv die Verbindung von geistiger und körperlicher Arbeit, künstlerischen Projekten und privaten Beziehungen versuchen.

Die Etablierung eines neuen Ensembles für die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ist unabdingbar, denn das Stadttheater lebt gerade von der Wechselbeziehung zwischen Bühnenfamilie und Publikum. An der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz war diese Verbindung in den vergangenen 25 Jahren beispiellos. Ein Ensemble, das auch nur annähernd so verrückt, leidenschaftlich und anrührend die Probleme unserer Stadt, Systemisches und
Persönliches, Existenzielles und Triviales auf die Bühne bringen wird, kann nur aus einer intensiven Zusammenarbeit entstehen.

Die Frage, ob Kunstwerke (sprecherische, tänzerische, akrobatische, kabarettistische, digitale) zukünftig en suite oder sukzessive als Repertoire erarbeitet werden, wollen wir nicht abschließend beantworten. B6112 soll vielmehr den Rahmen bilden für eine intensive und umfassende Debatte zum Thema. Möglichst alle Stimmen und Argumente sollen gehört werden.