Feminismus

Fakten

78% der Theater werden von Intendanten geleitet.
78% aller Inszenierungen auf den großen Bühnen werden von
Regisseuren inszeniert.
75% der inszenierten Stücke wurden von Männern geschrieben.

Das Kunstwerk B6112 ist feministisch. Wir erklären uns solidarisch mit feministischen Bewegungen und fordern Gleichberechtigung für Frauen* am Theater und in allen anderen ­Lebensbereichen. Erst durch die Gleichstellung aller, ungeachtet des biologischen und sozialen Geschlechts, kann eine Kunst und Gesellschaft entstehen, die wirklich frei ist.

Der Beriff

Feminismus ist ein Oberbegriff für gesellschaftliche, politische und philosophische Strömungen, die sich kritisch mit der Rolle von Frauen* in bestehenden Gesellschaften auseinandersetzen. Feminismus folgt aus dem Grundsatz, dass alle Menschen, ungeachtet ihres biologischen und sozialen Geschlechts, Gleichberechtigung erfahren ­sollen, um eine freie Gesellschaft möglich zu machen. Feminismus beschreibt das konkrete Analysieren patriarchaler
Strukturen und die Arbeit, diese sichtbar zu machen, um sie letztlich aufzulösen.

Warum Feminismus?

Unsere bestehende Gesellschaft ist patriarchal strukturiert. So zeigt zum Beispiel das generische Maskulinum (die Tatsache, dass einer bezeichneten Person grundsätzlich das männliche Pronomen zugesprochen wird – z. B. “die Arbeiter” anstelle von “die Arbeiter*innen”), das die deutsche Sprache dominiert, wie Frauen* als ­Abweichung vom
grundsätzlich als männlich beschriebenen Menschen dargestellt werden.

Auch die weiterhin bestehende Gender-Pay-Gap (die Tatsache, dass Männer meist mehr Gehalt für dieselbe Arbeit bekommen als Frauen*) und die Dominanz von Männern in Führungspositionen und politischen Ämtern sind Beispiele dafür, wie Frauen* erstens als dem Mann untergestellt und dienend sozialisiert und zweitens durch sehr konkrete Ungleichbehandlung in dieser Rolle gehalten werden. Diese Umstände zeigen sich überdeutlich an deutschen Theaterhäusern (s.o.) und machen es für Frauen* extrem schwierig, sich künstlerisch einzubringen. Der Feminismus ist ein logisch folgendes Mittel, um diese Ungleichbehandlung aufzulösen und eine freie Kunst und Gesellschaft überhaupt möglich zu machen.

Feministische Arbeitsstrukturen und konkrete Umsetzung

Eine Arbeitsstruktur, die sich als feministisch definiert, legt ein Augenmerk darauf, dass Frauen* und ihre Beiträge Gleichstellung erfahren. Eine Frauen*quote, die mindestens 50% beträgt, quotierte Redelisten und anonymisierte Bewerbungsverfahren sind u.a. Werkzeuge dies zu garantieren. die Moderation eines Plenums oder einer Diskussion sollte stets darauf achten, dass Frauen* einen vergleichbar hohen Redeanteil haben, um eine männliche Rededominanz zu vermeiden.