Ein freies Kollektiv von Kunstschaffenden,                                                                                                            arbeitet seit Januar 2017 an einer Volksbühne der Zukunft. Da die Konzeptfindung dieses besonderen Theaters unbedingt ein kollektiver Prozess einer möglichst heterogenen Gruppe sein soll, hat Staub zu Glitzer hierfür ein umfängliches Konzept entwickelt: B6112 – eine transmediale Theaterinszenierung. Innerhalb von zwei Jahren soll allen Interessierten im Rahmen dieses kollektiven Großkunstwerks die Möglichkeit zur Partizipation geboten werden. Gemeinsam mit der Mitarbeiter*innen des Hauses kann so, bei laufendem Betrieb, ein neues, progressives Stadttheater-Konzept entwickelt werden, das
grundsätzlich auch an anderen Häusern Anwendung finden kann. Eingeladen zur Teilnahme sind Menschen, die sich zu den Prämissen der Inszenierung bekennen:
Feminismus, Antirassismus und die Forderung nach gleichwertigen Lebensverhältnissen für alle Menschen. Das Haus braucht ein festes Ensemble, gleichzeitig verlangt auch die freie Szene stärker in den Spiel
betrieb einbezogen zu werden – Etablierte neben Amateur*innen, Expert*innen neben sogenannten Dilletant*innen. Ein Kongress der Wohnungslosen und ein Hackerspace gehören an eine neue Volksbühne. Auf Cryptopartys soll Jung und Alt digitale und technische Kompetenzen für einen möglichst sicheren und emanzipatorischen Umgang mit dem Internet vermittelt werden. Stadt- und Mieterinitiativen soll die Volksbühne als ein Zentrum des Widerstands gegen
Verdrängung, Neoliberalismus und Verarmung dienen. Betroffene finden so in der Volksbühne eine Community, die sie informiert und ihren Widerstand unterstützt. Das Theater wird in dieser Zeit weitgehend hierarchiefrei und kollektiv bespielt und gestaltet. Für alle Gremien innerhalb von B6112 wird eine Frauenquote von 50% veranschlagt. Selbstverständlich sollen auch schnell Werkzeuge gegen Alterdiskriminierung und zur Gewährleistung von umfassender Barrierefreiheit entwickelt werden. Als künstlerische Gemeinschaft stellen wir uns gemeinsam gegen kapitalistische Ausbeutung, gegen
Sklaverei und Selbstausbeutung. Unsere Kampfmittel sind Theater, Kunst und Vernetzung für ein solidarisches Für- und Miteinander. Wer ein stimmberechtigtes Mitglied des Kollektivs werden möchte, muss sich in Arbeitsgruppen engagieren und Aufgaben und Dienste übernehmen. Ein tägliches Plenum dient der Verständigung der Arbeitsgruppen und dem Austausch mit Interessierten und Betroffenen. B6112 ist kein Dienstleistungsunternehmen, sondern ein organisches, emanzipatorisches und kollektives Kunstwerk, das politisch in der 100-jährigen Tradition des Hauses steht. Gegebenenfalls muss ein Rotationsprinzip angewendet oder zusätzlicher Raum für Interessierte erschlossen werden. Nicht jedes Kunstwerk oder Theaterstück, das an der Volksbühne gezeigt wird, muss genial, perfekt oder bahnbrechend sein. Wir fördern eine Partizipation, die frei ist von Leistungsdruck und Konkurrenz. Kunst bedeutet Freiheit. Die Intendanz einer Einzelperson oder einer kleinen, von oben eingesetzten Gruppe für die Volksbühne lehnen wir ab. Wir fordern die Erprobung kollektiver Strukturen für dieses besondere Haus. Beleidigungen und Diffamierungen von Menschen akzeptieren wir nicht. Während B6112 sollen umgehend Sicherheitsvorschriften und so schnell wie möglich geregelte Schließ- und Arbeitszeiten eingehalten werden.