Küche für Alle

„Jede Köchin muss in der Lage sein, die Staatsmacht auszuüben.“ Lenin verleiht hier nicht nur seinem Anti-Elitarismus Ausdruck, es scheint auch, als bringe er die Kochkunst in direkte Verbindung mit Politik und Genuss: Lasst uns also auf den GESCHMACK des Gemeinschaftlichen kommen. Was vereint Küche, Politik und Globalisierung?

Und was hat das alles mit dem Theater zu tun? Bei den Vorsokratikern war Kunst (techne) neben der Wissenschaft noch eng verwoben mit dem techne des „banausischen“, handwerklichen Gewerbes. Zu diesem zählten auch  Köch*innen. Bei B6112 soll das Theater zum öffentlichen Marktplatz gemacht, die Kunst zum Kochen gebracht und das Essen zur Aufführung gereicht werden.

Frische Mahlzeiten sollte und kann es für alle geben. Deshalb wird während B6112 wieder eine Küche für alle installiert und gemeinschaftlich dem Politorgan Gaumen gefröhnt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eines Wochenmarktes direkt vor dem Theater auf dem Rosa-Luxemburg-Platz. Die Frage der Ernährung ist nicht nur die einer globalen Lebensmittelindustrie versus regionale, ökologische Alternativen.

Es ist auch eine Frage des Miteinanders, eine Frage nach Privatheit und Öffentlichkeit. Wer kocht? Wer isst? Wo findet beides statt? Und wie steht alles miteinander in Verbindung?

Kochen = Kunst = Theater = Revolution!