Wohnungslos

Wohnungslos sind alle Menschen, die nicht über vertraglich abgesicherten Wohnraum verfügen. Dabei ist der Motzverkäufer in der U-Bahn genauso betroffen wie die Studentin, die noch kein Zimmer gefunden hat, Geflüchtete ebenso wie alteingesessene Berliner*innen, die wegen Mieterhöhungen ihre Wohnung verlieren. In Berlin sprechen wir dabei von zehntausenden von Menschen. In Schätzungen wird von bis zu 80.000 Menschen ausgegangen.
Seit dem Mauerfall befindet sich Berlin in einer Phase des Umbruchs, was u.a. Größe, Infrastruktur und Kultur angeht.

Während der Finanzkrise 2008 wurde der Berliner Wohnungsmarkt für den globalen Immobilienmarkt interessant, was eine Aufwärtsspirale der Immobilienpreise zur Folge hatte. Verschärft wird die Situation durch die konstante Zuwanderung nach Berlin. Berlin hat von allen Bundesländern den höchsten Anstieg an Armut zu verzeichnen, dennoch schafft es die Politik der letzten Jahrzehnte nicht, die ­Mietpreise dem Einkommen der Berliner*innen anzupassen – vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Während der die Stadtentwicklung Berlins. In dieser Tradition laden wir wohnungslose Menschen in die Volksbühne ein, um gemeinsam zu diskutieren, sich mit uns zu vernetzen und Widerstand zu organisieren. Dabei soll, entgegen der kapitalistischen Verwertungslogik, über Bedürfnisse gesprochen werden, ohne da- nach zu fragen, ob etwas überhaupt finanzierbar ist.

Wohnungslose sollen Entscheidungsprozesse selbst gestalten. Sie wollen nicht, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Alles kann diskutiert werden: Enteignung reicher Spekulant*innen, eine Obergrenze für Wohnungsbesitz, ein bedingungsloses Grundeinkommen, Mietstreiks, Besetzungen von leerstehenden Wohnungen, die Umstrukturierung des Hilfesystems, profitfreies Wohnen, Housing First.

Die Volksbühne ist ein Theater, das vor über 100 Jahren mit Arbeitergroschen finanziert wurde, um den vermögensarmen Berliner*innen einen Ort des Austauschs und der Kultur zu ermöglichen. Mietspiegel in den letzten 10 Jahren um ca. 2/3 anstieg, stieg das Einkommen der Berliner*innen um nur ­16%.

Die Folgen sind zunehmende Wohnungsnot, Entmischung der Kieze und eine Umverteilung von unten nach oben. So wird das Berlin, das so vielen Menschen als Lebensraum attraktiv erscheint, abgeschafft. Diesen Entwicklungen müssen wir uns entgegenstellen.
Die Volksbühne ist ein Theater, das vor über 100 Jahren mit Arbeitergroschen finanziert wurde, um den vermögensarmen Berliner*innen einen Ort des Austauschs und der Kultur zu ermöglichen. Dieses Theater ist nicht nur Ort der Kunst, es ist auch seit jeher ein Symbol für…

http://wirbleibenalle.org/