Gemeingut Kunst


Gemeingüter (Commons) sind niemandes Eigentum. Sie gehören allen. Sie sind für das Leben unerlässlich. Sie verbinden uns mit dem, was außer uns existiert — bewegt oder unbewegt, auf, unter oder über der Erde. Sie müssen gepflegt, erhalten und immer wieder neu hervorgebracht werden. Gemeingüter sind ein Auf­trag und eine Möglichkeit, grundlegend anders auf die Welt zu schauen.

Mit dem Fokus Mitmachen & Gemeinschaffen macht das Fidena Festival 2026 Platz für Erfahrungen, Handlungsformen und Denkweisen, die von der Grundidee tiefgreifender Verbundenheit ausgehen und im Gemeinschaffen einen konkreten Horizont der Hoffnung sehen.

Vergemeinschaften

11 Uhr | Einführung mit Dagmar Pelger

Woran erkennt man ein Gemeingut und wann ist kollektives Handeln Commoning?

Ausgehend von den vielfältigen Erfahrungen räumlicher Commons klären wir wichtige Grundbegriffe der Commons-Forschung und ent­decken Beispiele aus Geschichte und Gegenwart. Dabei geht es vor allem um das emanzipatorische, um nicht zu sagen revolutionäre Potenzial, denn: „Jeder Raum, jedes Gut, jede Stadt ist sozial pro­duziert und damit als etwas potentiell Teilbares und zu Vergemein­schaftendes zu betrachten.“ (Spatial Commons. Zur Vergemein­schaftung urbaner Räume, adocs 2022, S. 14)

Dagmar Pelger ist Architektin und Urbanistin. Ihre Praxis- und Forschungsschwerpunkte umfassen Spatial Commons als Raumsys­teme des Gemeinschaffens, Modelle kooperativer Planungsweisen zwischen Kommune und Zivilgesellschaft sowie kritisches Kartieren.

Theater als Commons

14-16 Uhr | Workshop mit Staub zu Glitzer

Ein Theater als Commons ganz ohne Intendanz und autoritäre Leitungsstrukturen: Vielen scheint das unvorstellbar. Das Berliner Künstler*innenkollektiv Staub zu Glitzer arbeitet seit vielen Jahren genau dazu. Um dem Desinteresse der Mehrheitsgesellschaft und auch den strukturellen Defiziten am Theater etwas entgegenzu­setzen, sollen Kulturinstitutionen zukünftig offen und radikaldemo­kratisch strukturiert sein. Was heißt es, ein Theater zu commonisie­ren? Und wie funktioniert ein solcher Organizing-Prozess? In einem Workshop-Format führen Sarah Waterfeld und Falk Lörcher in die Arbeit des Kollektivs ein.

Staub zu Glitzer setzt sich seit 2017 für die Commonisierung von Kulturinstitutionen, insbesondere von Stadt- und Staatstheatern ein. Es geht um die Frage, welche Rolle Kulturinstitutionen bei der sozial-ökologischen Transformation spielen und inwiefern sie als öf­fentliche Orte politischen Progresses wirken können. Im Rahmen der transmedialen Inszenierung B6112 initiierte Staub zu Glitzer u. a. die 6-tägige Besetzung der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2017. Staub zu Glitzer initiierte die deutschlandweit agierende Union für Cultural Commons (UCC), die als Interessenverband für radikalde­mokratische Modellprojekte streitet.

Der Workshop-Tag steht allen Interessierten offen und endet nach einem lockeren Ausklang um 17 Uhr. Für Verpflegung ist gesorgt. Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten:

karten@fidena.de

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